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Degrowth: Warum weniger manchmal mehr ist

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Degrowth: Warum weniger manchmal mehr ist


Degrowth ist ein Konzept, das sich mit der Frage beschäftigt, ob immer mehr Wirtschaftswachstum wirklich erstrebenswert ist. In einer Welt begrenzter Ressourcen und ökologischer Herausforderungen stellt Degrowth die Idee in den Raum, dass weniger manchmal mehr sein kann. Dabei geht es nicht nur um die ökonomische Entwicklung, sondern auch um die Auswirkungen auf die Gesellschaft und unser persönliches Leben. Das Buch „Degrowth: Eine neue ökonomische Perspektive“ von oekom Verlag bietet einen umfassenden Einblick in diese alternative Denkweise.

1. Einleitung: Warum Degrowth?

Warum Degrowth? Dies ist eine Frage, die immer mehr an Bedeutung gewinnt, da sich unsere Gesellschaft mit den Grenzen des Wirtschaftswachstums konfrontiert sieht. Das traditionelle Modell des stetigen Wachstums hat zu einer übermäßigen Nutzung von Ressourcen geführt und unsere Umwelt stark belastet. Doch was ist Degrowth eigentlich? Laut dem Buch „Degrowth: Ein Vokabular für das Neue Ökonomische Denken“ des oekom Verlags bezeichnet der Begriff eine neue Art der Entwicklung, die sich bewusst vom Wirtschaftswachstum abwendet und stattdessen den Fokus auf Nachhaltigkeit und Lebensqualität legt. Die Idee dahinter ist es, einen Weg zu finden, wie wir als Gesellschaft unseren Wohlstand erhalten können, ohne dabei weiterhin unsere natürlichen Ressourcen auszubeuten. Es geht also darum, ein Gleichgewicht zwischen ökologischen Erfordernissen und menschlichem Bedürfnis nach einem guten Leben herzustellen. Der Ansatz des Degrowth fordert uns auf, unser Konsumverhalten zu überdenken und Alternativen zur reinen Quantität anzustreben. In diesem Blogartikel werden wir uns genauer mit dem Thema auseinandersetzen und die verschiedenen Aspekte von Degrowth beleuchten – von seinen Prinzipien bis hin zu möglichen Vorteilen für Gesellschaft und individuelles Wohlbefinden. Wir werden auch erfolgreiche Beispiele betrachten sowie kritische Stimmen berücksichtigen und Wege zur Implementierung dieses Ansatzes diskutieren. Am Ende werden wir sehen, dass weniger manchmal tatsächlich mehr sein kann und warum Degrowth eine überzeugende Alternative zum traditionellen Wachstumsparadigma darstellt.

2. Definition und Hintergrund des Begriffs „Degrowth“

Eine zentrale Komponente des Degrowth-Konzepts ist die Definition und der Hintergrund des Begriffs „Degrowth“. Um das Konzept besser zu verstehen, ist es wichtig, sich mit den grundlegenden Prinzipien auseinanderzusetzen. Degrowth, auch bekannt als Postwachstum oder ökonomisches Schrumpfen, stellt eine alternative Denkweise zur vorherrschenden Wachstumslogik dar. Es geht dabei um einen bewussten Rückgang des wirtschaftlichen Wachstums in einer Gesellschaft. Der Fokus liegt nicht mehr auf quantitativem Wohlstand und unbegrenztem Ressourcenverbrauch, sondern vielmehr auf dem qualitativen Leben im Einklang mit den ökologischen Grenzen unseres Planeten.
Der Begriff „Degrowth“ wurde erstmals Ende der 1970er-Jahre von André Gorz verwendet und erhielt in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit. Eine maßgebliche Publikation zum Thema ist das Buch „Degrowth: Ein Vokabular für das Neue Zeitalter“ von Giorgos Kallis et al., welches 2018 beim oekom Verlag erschienen ist. In diesem Werk wird das Konzept des Degrowths aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und diskutiert.
Die Idee hinter dem Degrowth-Konzept besteht darin, dass unendliches wirtschaftliches Wachstum nicht mit den begrenzten Ressourcen unseres Planeten vereinbar ist. Stattdessen sollen alternative Ansätze entwickelt werden, die sowohl der Gesellschaft als auch der Umwelt zugutekommen. Das Ziel besteht darin, ein nachhaltiges und gerechteres Wirtschaftssystem zu schaffen, das den Bedürfnissen der Menschen entspricht, ohne die planetaren Grenzen zu überschreiten. Um dies zu erreichen, sind grundlegende Veränderungen in Bereichen wie Wirtschaft, Konsumverhalten und Politik erforderlich.
Der Begriff „Degrowth“ spiegelt somit eine neue Art des Denkens und Handelns wider, bei dem weniger wirtschaftliches Wachstum nicht als Mangel betrachtet wird, sondern als Chance für eine bessere Zukunft. Es geht darum, den Fokus weg von materiellem Besitz und unbegrenztem Konsum hin zu einem nachhaltigen Lebensstil zu lenken. Durch diese bewusste Reduzierung soll es möglich sein, das individuelle Wohlbefinden sowie die Gesellschaft und die Umwelt langfristig positiv zu beeinflussen.

3. Die Probleme des Wachstumsparadigmas

Das Wachstumsparadigma, welches das vorherrschende Modell in unserer Gesellschaft darstellt, ist mit einer Vielzahl von Problemen behaftet. Diese Probleme stehen im Mittelpunkt des dritten Abschnitts dieses Blogartikels, der sich mit dem Thema „Die Probleme des Wachstumsparadigmas“ befasst. Das Streben nach ständigem wirtschaftlichen Wachstum und einem steigenden materiellen Wohlstand hat zu einer Überlastung der natürlichen Ressourcen geführt und die Grenzen unseres Planeten deutlich überschritten. Die Ausbeutung von Mensch und Natur zugunsten eines immer weiter expandierenden Marktes hat zu sozialer Ungleichheit und Umweltzerstörung geführt. Die negativen Auswirkungen des unkontrollierten Wirtschaftswachstums sind nicht mehr zu übersehen. Es ist an der Zeit, ein Umdenken herbeizuführen und alternative Ansätze wie das Degrowth-Modell in Betracht zu ziehen. Durch eine Reduzierung des Konsums, eine gerechtere Verteilung der Ressourcen und eine Stärkung lokaler Gemeinschaften kann das Degrowth-Konzept dazu beitragen, die ökologischen und sozialen Herausforderungen anzugehen, denen wir gegenüberstehen. Insgesamt zeigt sich deutlich, dass das Festhalten am Wachstumsparadigma keine Lösungen für die drängenden Probleme unserer Zeit bietet. Es ist an der Zeit für einen Paradigmenwechsel hin zum Degrowth-Ansatz, um ein nachhaltiges Leben in Einklang mit den Grenzen unserer Erde zu ermöglichen.

4. Die Prinzipien des Degrowth-Ansatzes

Die Prinzipien des Degrowth-Ansatzes sind zentral für das Verständnis und die Umsetzung eines nachhaltigen Wirtschaftsmodells. Der Begriff „Degrowth“ bezieht sich auf eine alternative wirtschaftliche Entwicklung, die sich bewusst von dem traditionellen Wachstumsparadigma abgrenzt. Die Grundidee besteht darin, dass unendliches wirtschaftliches Wachstum auf einem begrenzten Planeten nicht möglich ist und letztendlich zu Ressourcenknappheit, sozialer Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung führt. Um diesen negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, schlägt der Degrowth-Ansatz vor, das Konzept des Wohlstands neu zu definieren und den Fokus auf qualitative Verbesserungen des Lebens zu legen, anstatt immer mehr materielle Güter anzustreben.
Ein wichtiger Grundsatz des Degrowth-Ansatzes ist es daher, die Grenzen des ökonomischen Wachstums anzuerkennen und alternative Indikatoren für Fortschritt einzuführen. Statt ausschließlich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Maßstab für den Erfolg einer Gesellschaft heranzuziehen, sollen auch soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und individuelles Wohlbefinden berücksichtigt werden. Dies erfordert eine grundlegende Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik hin zu einer „Postwachstumsökonomie“, in der nicht quantitatives Wachstum im Vordergrund steht, sondern eine gerechte Verteilung von Ressourcen und ein achtsamer Umgang mit der Umwelt.
Ein weiteres Prinzip des Degrowth-Ansatzes ist die Förderung von lokalen und regionalen Wirtschaftskreisläufen. Durch eine Stärkung der lokalen Produktion und des Konsums können lange Transportwege vermieden und die Abhängigkeit von globalisierten Lieferketten reduziert werden. Dies trägt nicht nur zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks bei, sondern fördert auch die regionale Wertschöpfung und stärkt die lokale Gemeinschaft.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Degrowth-Ansatz auf einer kritischen Auseinandersetzung mit dem vorherrschenden Wachstumsparadigma basiert und alternative Wege zur nachhaltigen Entwicklung aufzeigt. Die Prinzipien des Degrowth-Ansatzes umfassen unter anderem das Überdenken des Konzepts des wirtschaftlichen Wachstums, die Einführung neuer Indikatoren für Fortschritt sowie die Förderung lokaler und regionaler Wirtschaftskreisläufe. Diese Ansätze bieten vielversprechende Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Gesellschaft, in der weniger tatsächlich mehr sein kann.

5. Beispiele für erfolgreiche Umsetzungen von Degrowth-Konzepten

Degrowth, als Gegensatz zum vorherrschenden Wachstumsparadigma, hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Menschen und Organisationen erkennen die Grenzen des ungebremsten Wirtschaftswachstums und setzen sich für alternative Ansätze ein. Es gibt bereits einige vielversprechende Beispiele für erfolgreiche Umsetzungen von Degrowth-Konzepten, die zeigen, dass weniger tatsächlich manchmal mehr sein kann.
Ein Beispiel ist die Gemeinde Ungersheim in Frankreich. Dort wurde ein umfassendes Projekt zur nachhaltigen Entwicklung gestartet, das auf den Prinzipien des Degrowth basiert. Die Gemeinde setzt auf erneuerbare Energien, fördert ökologische Landwirtschaft und unterstützt lokale Unternehmen. Durch diese Maßnahmen konnte der CO₂-Ausstoß deutlich reduziert werden und die Lebensqualität der Bewohner verbesserte sich spürbar.
Auch in Barcelona gibt es beeindruckende Beispiele für erfolgreiche Umsetzungen von Degrowth-Konzepten. Die Stadtverwaltung hat eine neue Wirtschaftsstrategie entwickelt, die auf sozialer Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit basiert. Dabei wird besonderes Augenmerk auf lokale Produktion und Konsum gelegt. Durch Maßnahmen wie Förderung von urbaner Landwirtschaft und Unterstützung kleiner lokaler Unternehmen wird eine resilientere und solidarischere Gesellschaft angestrebt.
Diese Beispiele zeigen deutlich, dass Degrowth nicht nur theoretisch diskutiert werden kann, sondern auch praktisch umgesetzt werden kann. Sie sind inspirierende Vorbilder für andere Städte und Gemeinden, die nach alternativen Wegen suchen, um mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts umzugehen. Sie verdeutlichen auch, dass ein gutes Leben und individuelles Wohlbefinden nicht zwangsläufig mit immer mehr Konsum und Wirtschaftswachstum einhergehen müssen.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese erfolgreichen Umsetzungen von Degrowth-Konzepten individuelle Anstrengungen erfordern, aber auch politische Unterstützung und eine Neuausrichtung der gesellschaftlichen Prioritäten. Es bedarf eines Umdenkens in der Gesellschaft sowie einer Überwindung der traditionellen Vorstellung von Wohlstand und ökonomischem Erfolg. Nur so können wir den Weg hin zu einer nachhaltigen, gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft einschlagen – eine Gesellschaft, in der weniger manchmal tatsächlich mehr ist.

6. Kritikpunkte und Herausforderungen beim Übergang zum Degrowth-Modell

Der Übergang zum Degrowth-Modell ist mit einer Reihe von Kritikpunkten und Herausforderungen verbunden. Einer der Hauptkritikpunkte betrifft die wirtschaftlichen Auswirkungen eines solchen Paradigmenwechsels. Das aktuelle Wachstumsmodell basiert auf der Annahme, dass ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum notwendig ist, um Wohlstand und Entwicklung zu fördern. Ein Übergang zum Degrowth würde jedoch bedeuten, dass das Ziel nicht mehr darin besteht, immer mehr zu produzieren und zu konsumieren, sondern stattdessen darauf abzielt, die Ressourcenverwendung zu reduzieren und ökologische Grenzen einzuhalten.
Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf die gesellschaftlichen Folgen des Degrowth-Ansatzes. Viele Menschen sind an ein Leben im Überfluss gewöhnt und könnten Schwierigkeiten haben, sich an eine bescheidenere Lebensweise anzupassen. Zudem könnte ein Rückgang des Konsums auch negative Auswirkungen auf die Arbeitsplätze in bestimmten Branchen haben.
Darüber hinaus gibt es auch Bedenken hinsichtlich der politischen Umsetzung eines solchen Modells. Die meisten Regierungen orientieren ihre Politik nach dem Ziel des Wirtschaftswachstums ausgerichtet und müssten daher grundlegende Veränderungen vornehmen, um den Weg des Degrowths einzuschlagen.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Kritikpunkte nicht bedeuten sollen, dass der Degrowth-Ansatz keine Lösung bietet oder unrealistisch ist. Vielmehr dienen sie dazu, mögliche Herausforderungen aufzuzeigen, die bei der Umsetzung berücksichtigt werden müssen. Der Übergang zum Degrowth-Modell erfordert eine umfassende Neuausrichtung der Wirtschaft, des Konsumverhaltens und der Politik. Es eröffnet jedoch auch neue Möglichkeiten für eine nachhaltigere und gerechtere Gesellschaft, in der das individuelle Wohlbefinden nicht länger ausschließlich vom materiellen Wohlstand abhängt.


7. Potenzielle Vorteile eines degrowthischen Ansatzes für die Gesellschaft, die Umwelt und das individuelle

Wohlbefinden.Ein potenzieller Vorteil eines degrowthischen Ansatzes liegt in der Möglichkeit, die Gesellschaft, die Umwelt und das individuelle Wohlbefinden positiv zu beeinflussen. Durch eine Abkehr vom traditionellen Wachstumsparadigma können wir uns auf alternative Wege konzentrieren, um unseren Lebensstandard zu verbessern. Im Fokus stehen dabei nicht allein ökonomische Kennzahlen wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), sondern auch soziale Aspekte und ökologische Nachhaltigkeit.
Indem wir unsere Ressourcen bewusster nutzen und einen nachhaltigen Umgang mit ihnen anstreben, können wir die Belastungen für die Umwelt reduzieren. Das bedeutet unter anderem eine Reduzierung des Energieverbrauchs, den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien sowie eine effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen. Dadurch können wir langfristig unsere natürlichen Grenzen respektieren und gleichzeitig den Schutz unserer Umwelt gewährleisten.
Auch für die Gesellschaft birgt ein degrowthischer Ansatz Potenzial. Statt einem ständigen Streben nach immer mehr materiellem Besitz und Konsum könnten wir uns vermehrt auf immaterielle Werte wie zwischenmenschliche Beziehungen, Gemeinschaftssinn und persönliches Wachstum fokussieren. Dies könnte dazu führen, dass Menschen mehr Zeit für Familie, Freunde oder Hobbys haben und dadurch ein höheres Maß an Zufriedenheit und Wohlbefinden erreichen.
Darüber hinaus bietet der degrowthische Ansatz die Chance für eine gerechtere Verteilung von Ressourcen und Wohlstand. Indem wir uns von der reinen Wachstumslogik lösen, können alternative Wirtschaftsmodelle entwickelt werden, die auf Solidarität, Kooperation und nachhaltigem Handeln basieren. Dies könnte zu einer gerechteren Gesellschaft führen, in der die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigt werden.
Insgesamt lässt sich sagen, dass ein degrowthischer Ansatz das Potenzial hat, sowohl ökologische als auch soziale Herausforderungen anzugehen. Durch eine Neuausrichtung unserer Entwicklung können wir unseren Planeten schützen, die Lebensqualität verbessern und gleichzeitig eine gerechtere Gesellschaft schaffen. Es ist an der Zeit, über den Tellerrand des traditionellen Wirtschaftswachstums hinauszublicken und neue Wege einzuschlagen – hin zu einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft für alle.


8. Wege zur Implementierung von Degrowth in verschiedenen Bereichen wie Wirtschaft, Konsumverhalten und Politik.


In einer Welt, die von einem unerbittlichen Streben nach Wirtschaftswachstum geprägt ist, stellt der Degrowth-Ansatz eine neue Perspektive dar. Es geht darum, das traditionelle Konzept des „immer mehr“ infrage zu stellen und alternative Wege für eine nachhaltige Entwicklung aufzuzeigen. Die Implementierung von Degrowth erfordert jedoch einen umfassenden Ansatz, der verschiedene Bereiche wie Wirtschaft, Konsumverhalten und Politik einschließt.
Im Bereich der Wirtschaft bedeutet dies etwa ein Umdenken von einem wachstumsorientierten Modell hin zu einer Ökonomie des Teilens und der Suffizienz. Unternehmen könnten vermehrt auf lokale Produktion setzen und Ressourcen effizienter nutzen. Zudem sollten alternative Indikatoren zur Messung des Wohlstands entwickelt werden, die über das Bruttoinlandsprodukt hinausgehen.
Auch im Konsumverhalten spielen Veränderungen eine zentrale Rolle. Der Fokus sollte weg von einer verschwenderischen Wegwerfkultur hin zu einem bewussten und nachhaltigen Lebensstil gelenkt werden. Dies könnte durch Bildungsmaßnahmen gefördert werden, die Menschen dazu ermutigen, ihre Bedürfnisse kritisch zu hinterfragen und ihren Konsum entsprechend anzupassen.
Die politische Ebene spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Implementierung von Degrowth. Es bedarf politischer Maßnahmen, die Anreize für nachhaltiges Handeln schaffen und gleichzeitig unerwünschte Auswirkungen des Wirtschaftswachstums regulieren. Eine stärkere Berücksichtigung ökologischer und sozialer Grenzen in politischen Entscheidungen ist dabei von großer Bedeutung.
Die Implementierung von Degrowth erfordert also ein Umdenken auf verschiedenen Ebenen. Es geht darum, eine neue ökonomische Logik zu schaffen, die den Wohlstand nicht ausschließlich am Wirtschaftswachstum misst, sondern auch Umwelt- und Sozialaspekte berücksichtigt. Zudem müssen individuelle Verhaltensänderungen gefördert werden, um einen nachhaltigen Lebensstil zu ermöglichen. Und schließlich ist es von entscheidender Bedeutung, dass politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Übergang zum Degrowth-Modell unterstützen.

9.Fazit: Warum weniger manchmal mehr ist – Eine überzeugende Argumentation für den Weg des Degrowths

Warum weniger manchmal mehr ist – Eine überzeugende Argumentation für den Weg des Degrowths
Im Kontext des Degrowth-Ansatzes wird deutlich, dass ein stetiges Wirtschaftswachstum nicht zwangsläufig zu einer positiven Entwicklung der Gesellschaft führt. Im Gegenteil, die immer weiter steigende Produktion und der damit verbundene Ressourcenverbrauch stoßen an ihre Grenzen und haben negative Auswirkungen auf die Umwelt. Das Buch „Degrowth“ von Niko Paech liefert hierzu fundierte Daten und Analysen.
Die Debatte um Wirtschaftswachstum versus Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Dabei geht es nicht darum, sämtliches wirtschaftliches Wachstum abzuschaffen, sondern vielmehr um eine Neuorientierung hin zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaftssystem. Der Ansatz des Degrowths bietet hierfür einen vielversprechenden Lösungsansatz.
Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Frage nach dem individuellen Wohlstand. Oft wird dieser ausschließlich mit materiellem Besitz gleichgesetzt. Doch das Konzept des Degrowths zeigt auf, dass ein erfülltes Leben auch ohne ständiges Streben nach Mehr möglich ist. Ein bewussterer Umgang mit Ressourcen und eine Reduzierung des Konsums können dazu beitragen, persönliches Glück und Zufriedenheit zu finden.
Darüber hinaus wirft der degrowthische Ansatz auch Fragen zur gesellschaftlichen Entwicklung auf. In einer Welt, in der soziale Ungleichheit zunimmt und ökonomische Interessen oft im Vordergrund stehen, bietet Degrowth eine alternative Perspektive. Es wird deutlich, dass Wirtschaftswachstum nicht automatisch zu einer gerechteren Gesellschaft führt.
Um den Weg des Degrowths erfolgreich umzusetzen, sind jedoch auch politische und wirtschaftliche Veränderungen erforderlich. Ein Umdenken in Bezug auf unsere Konsumgewohnheiten sowie eine Neuausrichtung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind notwendig, um die Ideen des Degrowths in die Realität umzusetzen.
Insgesamt zeigt sich, dass weniger manchmal tatsächlich mehr sein kann. Der Ansatz des Degrowths bietet eine überzeugende Argumentation dafür, dass ein alternatives ökonomisches Modell möglich ist – eins, das unser individuelles Wohlbefinden stärkt und gleichzeitig den Schutz unserer Umwelt gewährleistet. Es liegt an uns allen, diesen Weg aktiv mitzugestalten und so eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen.

Was versteht man unter Degrowth?

Degrowth ist ein politischer und wirtschaftlicher Ansatz, der eine Abkehr vom gegenwärtigen Wirtschaftswachstum und Konsumdenken fordert. Der Begriff „Degrowth“ stammt aus dem Französischen („décroissance“) und wurde erstmals in den 1970er-Jahren von André Gorz geprägt. Das Ziel des Degrowth-Ansatzes ist es, eine nachhaltigere und gerechtere Gesellschaft aufzubauen, indem das Bruttoinlandsprodukt nicht länger als Hauptindikator für den Fortschritt betrachtet wird.
Unter Degrowth versteht man also einen Paradigmenwechsel weg von der Vorstellung, dass Wohlstand und Lebensqualität ausschließlich durch wirtschaftliches Wachstum erreicht werden können. Stattdessen soll das Ziel sein, Ressourcenverbrauch zu reduzieren, soziale Ungleichheiten zu verringern und ökologische Ziele zu erreichen.
Degrowth basiert auf dem Verständnis, dass die planetaren Grenzen begrenzte Ressourcen haben und unser derzeitiges Wirtschaftssystem diese Grenzen überschreitet. Es schlägt alternative Modelle wie Gemeinwohlökonomie oder Kreislaufwirtschaft vor, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.
Der Begriff Degrowth wird oft mit anderen Konzepten wie Postwachstum oder Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht. Es geht darum, das bestehende System kritisch zu hinterfragen und alternative Wege des Zusammenlebens und -wirtschaftens zu finden. Degrowth ist ein vielschichtiger Ansatz mit verschiedenen politischen Strömungen innerhalb der Bewegung. Es gibt jedoch einen gemeinsamen Konsens, dass eine Veränderung des Wirtschaftssystems notwendig ist, um die ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen.

Wer hat Degrowth erfunden?

Degrowth wurde nicht von einer einzelnen Person erfunden, sondern ist das Ergebnis eines breiten Diskussionsprozesses von Wissenschaftlern, Aktivisten und Think Tanks. Der Begriff „Degrowth“ wurde erstmals in den 1970er-Jahren von André Gorz, einem französischen Sozialphilosophen, geprägt. Er argumentierte dafür, dass eine Gesellschaft des ständigen Wirtschaftswachstums ökologisch und sozial nicht nachhaltig sei.
In den 2000er-Jahren gewann die Degrowth-Bewegung jedoch an Aufmerksamkeit und Einfluss. Dies war vor allem auf die Arbeit des französischen Ökonomen Serge Latouche zurückzuführen. Latouche kritisierte das gegenwärtige Modell des unendlichen Wirtschaftswachstums und schlug alternative Ansätze für eine nachhaltige Entwicklung vor.
Weitere wichtige Beiträge zur Degrowth-Debatte kamen von Niko Paech, einem deutschen Ökonomen, der sich intensiv mit Postwachstumsökonomie befasste. Er plädierte für eine Abkehr vom Konsumismus und die Förderung lokaler Wirtschaftssysteme.
Es ist wichtig anzumerken, dass Degrowth keine einheitliche Ideologie ist, sondern ein vielfältiges Spektrum an Ansätzen umfasst. Es gibt viele verschiedene Denker und Aktivisten weltweit, die sich mit Fragen des Degrowth auseinandersetzen und Lösungsansätze entwickeln.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Degrowth als Antwort auf die Herausforderungen des unendlichen Wirtschaftswachstums entstanden ist. Es gibt jedoch keine einzelne Person, die als „Erfinder“ der Bewegung bezeichnet werden kann, sondern es handelt sich um ein kollektives Denken und Handeln vieler Menschen.

Was versteht man unter Postwachstum?

Postwachstum bezeichnet eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektive, die sich von einem ständigen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als zentralem Ziel abwendet. Stattdessen wird ein nachhaltiger und qualitativer Fortschritt angestrebt, der die Grenzen des Planeten respektiert und soziale Gerechtigkeit fördert.
Im Postwachstumsansatz wird kritisiert, dass das gegenwärtige Wirtschaftssystem auf unbegrenztem Wachstum basiert, was zu negativen Auswirkungen auf die Umwelt und das soziale Gefüge führt. Das Streben nach immer mehr Konsum und Produktion steht im Konflikt mit den begrenzten Ressourcen unseres Planeten.
Statt den Fokus ausschließlich auf materiellen Wohlstand zu legen, setzt der Postwachstumsansatz auf alternative Indikatoren wie Lebensqualität, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit. Es geht darum, ein gutes Leben für alle zu ermöglichen, ohne dabei die Belastbarkeit der Erde zu überschreiten.
Konkrete Maßnahmen im Postwachstumsdiskurs können sein: Reduzierung von Arbeitszeiten zur Förderung einer ausgewogeneren Work-Life-Balance, Förderung von Gemeinschaftsprojekten und lokaler Produktion sowie eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz.
Die Idee des Postwachstums hat in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen und findet zunehmend Beachtung in politischen und wissenschaftlichen Diskussionen. Es handelt sich um eine alternative Vision für eine nachhaltige und gerechte Gesellschaft jenseits des Wachstumsparadigmas.

Kann es unendliches Wachstum geben?

Es wird oft diskutiert, ob es möglich ist, unendliches Wachstum zu erreichen. Diese Frage ist eng mit dem Konzept des endlichen Ressourcenverbrauchs verbunden. Unendliches Wachstum würde bedeuten, dass die Wirtschaft unbegrenzt expandieren kann, ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt oder den Ressourcenverbrauch zu haben.
Aus ökonomischer Sicht wird argumentiert, dass unendliches Wachstum theoretisch möglich ist. Die Befürworter dieser Ansicht glauben, dass technologischer Fortschritt und Innovationen neue Möglichkeiten schaffen können, um Ressourcen effizienter zu nutzen und somit das Wachstum voranzutreiben.
Jedoch gibt es auch Gegenargumente. Viele Experten sind überzeugt, dass unendliches Wachstum nicht nachhaltig ist. Sie argumentieren, dass unsere begrenzten natürlichen Ressourcen nicht unbegrenzt verfügbar sind und ein endloser Verbrauch letztlich zu einer Erschöpfung dieser Ressourcen führen würde.
Darüber hinaus hat unkontrolliertes Wachstum auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Der steigende Energiebedarf und der hohe Verbrauch von natürlichen Ressourcen führen zur Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden sowie zum Verlust von Biodiversität.
In Anbetracht dieser Argumente erscheint es unwahrscheinlich, dass unendliches Wachstum realistisch oder wünschenswert ist. Stattdessen sollte eine nachhaltige Entwicklung angestrebt werden – ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichem Wachstum und dem Schutz der Umwelt und natürlicher Ressourcen.

Links

https://degrowth.info/de/degrowth-de
https://de.wikipedia.org/wiki/Wachstumskritik
https://www.wiwo.de/technologie/green/degrowth-fuer-dummies-das-sind-die-zehn-zentralen-ideen-der-bewegung/13550156.html
https://www.youtube.com/embed/48G3ox90wss

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