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CO2 Neutralität: kein Ausstoß von Kohlenstoffdioxid

CO2-Neutralität

CO2-Neutralität, auch als klimaneutral bekannt, bezeichnet einen Zustand, in dem die menschlichen Aktivitäten nicht zu einem Netto-Anstieg der atmosphärischen Konzentration von Kohlendioxid (CO2) oder anderen Treibhausgasen beitragen. CO2-Neutralität ist ein entscheidendes Ziel im globalen Kampf gegen die Klimakrise und wird weithin als notwendig angesehen, um die Erwärmung der Erde auf 1,5 bis 2 Grad Celsius über das vorindustrielle Niveau zu begrenzen, wie im Pariser Klimaabkommen von 2015 festgelegt.

Wie wird CO2-Neutralität erreicht?

CO2-Neutralität wird erreicht, indem die Treibhausgasemissionen, die durch menschliche Aktivitäten verursacht werden, minimiert und gleichzeitig Strategien zur Kompensation der verbleibenden Emissionen implementiert werden. Dies kann eine Kombination aus mehreren Ansätzen umfassen:

  1. Reduzierung von Emissionen: Dies ist der erste und wichtigste Schritt zur Erreichung der CO2-Neutralität. Hierbei geht es darum, die Menge an Treibhausgasen, die durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre abgegeben werden, drastisch zu reduzieren. Dies kann durch Energieeffizienz, den Einsatz erneuerbarer Energien, nachhaltige Landwirtschaft und Viehzucht, Reduzierung des Verbrauchs und Abfalls sowie die Entwicklung und Nutzung kohlenstoffarmer Technologien erreicht werden.
  2. CO2-Abscheidung und -Speicherung: Dies umfasst Technologien und Ansätze, die darauf abzielen, CO2 direkt aus der Atmosphäre zu entfernen und sicher zu speichern. Dies kann beispielsweise durch Aufforstung, den Schutz von Kohlenstoffspeichern wie Wäldern und Torfmooren, die Verbesserung von Böden oder durch Technologien zur Abscheidung und Speicherung von CO2 erreicht werden.
  3. CO2-Kompensation: Hierbei geht es darum, die verbleibenden Treibhausgasemissionen auszugleichen, die trotz aller Reduktionsbemühungen noch anfallen. Dies kann durch Investitionen in Projekte erfolgen, die Treibhausgase reduzieren oder entfernen, wie z.B. Aufforstungsprojekte, erneuerbare Energien oder Energieeffizienzprogramme.

CO2-Neutralität in der Praxis

Viele Länder, Regionen, Städte und Unternehmen haben sich bereits verpflichtet, bis Mitte des Jahrhunderts oder früher CO2-neutral zu werden. Dies erfordert umfangreiche Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft und Wirtschaft, von der Energieerzeugung und dem Verkehr bis hin zur Landwirtschaft, dem Bauen und der Industrie.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Glaubwürdigkeit und Effektivität von Verpflichtungen zur CO2-Neutralität von der konkreten Umsetzung abhängt. Insbesondere müssen die Reduzierungsmaßnahmen real und nachhaltig sein und dürfen nicht auf übermäßigem Vertrauen in zukünftige Abscheidungs- oder Kompensationstechnologien beruhen.

Herausforderungen und Chancen

Die Erreichung der CO2-Neutralität stellt eine enorme Herausforderung dar, erfordert jedoch gleichzeitig auch Chancen für Innovation, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit. Sie kann dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, lokale Umweltprobleme zu mindern, neue Industrien und Arbeitsplätze zu schaffen und zu einer gerechteren und nachhaltigeren Gesellschaft beizutragen.

Die CO2-Neutralität ist jedoch nur ein Aspekt der nachhaltigen Entwicklung und muss mit anderen sozialen und ökologischen Zielen in Einklang gebracht werden, einschließlich der Bewahrung der Artenvielfalt, der Reduzierung der Ungleichheit und der Sicherstellung des Zugangs zu sauberer Energie, gesunden Lebensmitteln und sauberem Wasser für alle Menschen.

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